Derzeit halten sich in Syrien und im Irak etwa 250-300 tadschikische Staatsbürger auf, überwiegend Frauen und Kinder. Diese Statistik gab Suhaili Kodiri Abduchafisoda, der Leiter der Abteilung für staatlichen Schutz der Kinderrechte beim Büro des Menschenrechtsbeauftragten (Ombudsmann) in der zentralasiatischen Republik, bekannt, wie „Asia-Plus“ berichtet.
Der Beamte präzisierte, dass das Schicksal der im Nahen Osten verbliebenen Landsleute unbekannt bleibe, da nach der Machtübernahme einer neuen Regierung in Syrien die Arbeitsgruppe für Repatriierung den Prozess der Rückführung von Tadschiken in ihre Heimat ausgesetzt habe.
Der Vertreter des Ombudsmann-Büros berichtete, dass in den letzten vier Phasen 382 Personen aus den bewaffneten Konfliktgebieten in Syrien und im Irak zurückgeführt worden seien. So kehrten 2019 84 Kinder in die Heimat zurück, 2022 waren es 144 Frauen und Kinder, 2023 waren es 104 und 2024 waren es 47 Frauen und Kinder.
Darüber hinaus konnten etwa 90 Bürger der Republik eigenständig nach Hause zurückkehren, fügte Abduchafisoda hinzu.
Seinen Worten zufolge war für 2024 geplant, den Repatriierungsprozess für alle in Syrien und im Irak befindlichen Landsleute abzuschließen. Doch diese Absichten seien, wie der Mitarbeiter des Ombudsmann-Büros betonte, vor allem aufgrund der Migranten selbst nicht umgesetzt worden, die sich weigerten, in ihre Heimat zurückzukehren. Viele von ihnen befürchten, in Tadschikistan wegen Verbindungen zu terroristischen Gruppierungen strafrechtlich verfolgt zu werden.
„Ähnliche Befürchtungen hatten auch einige der bereits zurückgekehrten Frauen. Nach ihrer Rückkehr stellten sie jedoch fest, dass keine Strafverfahren eingeleitet wurden und ihnen allen vergeben wurde“, erklärte der Beamte.
Offiziellen Angaben zufolge schlossen sich seit 2013, als die terroristische Gruppierung „Islamischer Staat“ (in Russland und vielen anderen Ländern verboten) an Stärke gewann, mehr als 2500 Tadschiken ihr an. Ein Teil der Männer nahm ihre Frauen und Kinder mit in den Nahen Osten.
Bis 2017, so geht aus Informationen der Geheimdienste der zentralasiatischen Republik hervor, seien die meisten tadschikischen Männer, die Mitglieder des IS geworden waren, im Kampfgeschehen ums Leben gekommen oder vermisst. Über 500 Landsleute – hauptsächlich Frauen und Kinder – befanden sich auf dem von kurdischen Einheiten in Syrien kontrollierten Gebiet und wurden über längere Zeit in Lagern festgehalten. Dabei hätten viele Tadschikinnen und ihre Angehörigen wiederholt in den Medien erklärt, Opfer von Täuschung geworden zu sein und ihren Männern ohne Kenntnis der realen Folgen der gefährlichen Reisen nach Syrien und in den Irak gefolgt zu sein.



