Ein silbernes Gefäß mit der Abbildung eines geflügelten Kamels, datiert auf das 7.–8. Jahrhundert, wurde aus Sankt Petersburg nach Usbekistan zurückgebracht und im Museum des Zentrums der Islamischen Zivilisation in Taschkent präsentiert. Darüber wird auf der Website des Zentrums berichtet.
Das Artefakt hat seinen Platz in der Ausstellung der Halle der vorislamischen Periode eingenommen. Das Gefäß gehört zu den wertvollsten Denkmälern der künstlerischen Metallverarbeitung des frühen Mittelalters. Im 5.–8. Jahrhundert war in Zentralasien die Tradition weit verbreitet, Metallgegenstände mit Darstellungen von Tieren und mythologischen Wesen zu verzieren, die Stärke, Schutz und Wohlstand symbolisierten.
Das zentrale Motiv – das geflügelte Kamel – spiegelt die Synthese der realen und mythologischen Welten wider und wird mit dem Karawanenhandel und der Seidenstraße in Verbindung gebracht.
Nach Einschätzung von Experten zeigt das Artefakt ein hohes Entwicklungsniveau der sogdischen Toreutik. Das Ornament ist tief ausgearbeitet, die Komposition ist ausgewogen, und die Plastizität der Figur vermittelt ein Gefühl von Bewegung. Ähnliche Silberarbeiten waren im frühen Mittelalter aktiv am internationalen Handel beteiligt, weshalb ein bedeutender Teil der Funde außerhalb ihrer Entstehungsregion entdeckt wurde.
ℹ️ Das Zentrum der islamischen Zivilisation wurde in Taschkent neben dem Komplex Hast-Imam errichtet. Das Gebäude ist im Stil mittelalterlicher Architekturdenkmäler ausgeführt, mit vier Portalen von jeweils 34 Metern Höhe und einer zentralen Kuppel von 65 Metern. Hier sind ein Koran-Saal, ein Konferenzsaal mit 460 Plätzen und ein Museum eingerichtet, dessen Ausstellungen die gesamte Geschichte Usbekistans abdecken – von vorislamischen Zeiten bis zur Gegenwart. Das ZIZ soll zu einer Plattform für das Studium des Erbes der Vorfahren und dessen aktuelle Interpretation in Zusammenarbeit mit der Internationalen Islamischen Akademie Usbekistans sowie mit wissenschaftlich-aufklärerischen Zentren auf der ganzen Welt werden.



