In Karakalpakstan wird eine IT-Universität und ein Logistikzentrum mit dem Status eines „Trockenhafens“ entstehen

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Karakalpakstan (eine souveräne Republik innerhalb Usbekistans) wird die erste Region sein, in der ein neues System zur Unterstützung von Innovationsprojekten und Start-ups eingeführt wird. Insbesondere werden auf der Grundlage des Jugendsozioökonomischen Zentrums eine IT-Universität und ein Technopark geschaffen. Darüber hinaus sind für die Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) und Datenverarbeitungstechnologien ausländische Investitionen in Höhe von 5 Mrd. USD geplant. Solche Initiativen wurden auf einer Sitzung zur Verbesserung der Lebensqualität in der Region unter dem Vorsitz des usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev erörtert, wie sein Pressedienst mitteilte.

In Fortsetzung des Themas wies das Staatsoberhaupt an, 10 Start-up-Projekte im Wert von 1 Millionen USD zu starten und dafür jährlich 30 Mrd. Sum (ca. 2,5 Millionen USD) aus dem Fonds zur Finanzierung von Wissenschaft und Unterstützung von Innovationen bereitzustellen.

Gleichzeitig wurden auch andere Wirtschaftsbereiche betrachtet. So wurde die Aufgabe gestellt, bis Ende 2027 in Kungrad ein dem internationalen Standard entsprechendes Aral-Logistikzentrum zu organisieren, das als „Trockenhafen“ fungieren wird.

Darüber hinaus werden laut Angaben des Staatschefs in diesem Jahr 150 Milliarden Sum (12,3 Millionen US-Dollar) für Infrastrukturprojekte in Karakalpakstan bereitgestellt, in den folgenden Jahren weitere 2,2 Billionen Sum (181 Millionen US-Dollar) für die Verbesserung der zentralen Wasserversorgung. Weitere 200 Millionen USD werden für den Bau von Trinkwasserversorgungs- und Abwassernetzen, Wasseraufbereitungs- und -verteilungsanlagen sowie den Straßenbau mobilisiert.

In der Sitzung wurde festgestellt, dass die souveräne Republik, die über große Bodenschatzvorkommen verfügt, ein enormes Investitionspotenzial besitzt. Darüber hinaus haben sich in den letzten 8 Jahren erhebliche Veränderungen ergeben. Während die Wirtschaft der Region früher pro Kopf gerechnet den letzten Platz einnahm, belegt sie nun den 7. Platz in Usbekistan. Der Export von Industrieprodukten stieg von 4% auf 30%. Das Gesamtvolumen der Waren- und Dienstleistungslieferungen ins Ausland stieg um mehr als das Dreifache auf 2,1 Mrd. USD.

Aber man sollte sich nicht auf dem Erreichten ausruhen. In den nächsten fünf Jahren soll die Wirtschaft der Region auf 102,5 Billionen Sum (8,4 Mrd. USD) ausgebaut werden; 2025 lag der Wert bei 54,3 Billionen (ca. 4,5 Mrd. USD). Die Behörden beabsichtigen außerdem, Projekte im Industrie- und Dienstleistungssektor im Wert von 7,2 Mrd. USD umzusetzen.

Während das Exportvolumen im letzten Jahr 435 Millionen USD erreichte, ist es nun das Ziel, diesen Wert auf 900 Millionen USD zu steigern.

Die Reformen müssen sich auf die Bevölkerung auswirken. In diesem Zusammenhang ist geplant, die Arbeitslosenquote bis Ende dieses Jahres auf 4,2% und die Armutsquote auf 3,2% zu senken. Die Stadt Nukus, die Bezirke Kungrad und Chimbay sowie 109 Mahallas (Gemeinschaften) in ganz Karakalpakstan sollen zu Gebieten ohne Arbeitslosigkeit und Armut werden.

Der Präsident Usbekistans unterstützte die Idee, die zuvor der Region gewährten Steuererleichterungen zur Ankurbelung von Investitionen und Unternehmertum zu verlängern. Vor diesem Hintergrund wurde ein neues Ziel gesetzt: die ausländischen Investitionen um das 2,5-fache zu erhöhen. Im vergangenen Jahr betrug dieser Wert 2,5 Mrd. USD.

Dem Staatsoberhaupt wurden die vielversprechendsten Projekte vorgestellt, darunter Initiativen in den Bereichen IT, Leichtindustrie, Automobilbau sowie Gold- und Kohleabbau.

Besondere Aufmerksamkeit wurde der rationellen Nutzung der Landressourcen gewidmet, da etwa 16 Millionen Hektar brachliegen. Es wurde beschlossen, nach für das lokale Klima geeigneten Kulturen zu suchen, Experimente zu deren Anbau durchzuführen sowie mit dem Anbau von in der Pharmazie gefragten Heilkräutern und der Viehzucht auf bestimmten Flächen zu beginnen. Zur Kontrolle der Umsetzung des Programms wird eine separate Position des stellvertretenden Vorsitzenden des Ministerrates von Karakalpakstan für die effiziente Weidenutzung und die Entwicklung der Viehzucht geschaffen.

Wie in der Sitzung erörtert, soll der Tourismus zum Treiber der regionalen Wirtschaft werden. In diesem Zusammenhang wird im Gebiet der Salzablagerung Barsakelmes eine Tourismus- und Erholungszone geschaffen, und an Orten, die an die Marslandschaft in der Aralsee-Region und dem Ustyurt-Plateau erinnern, werden Glamping-Zonen (eine Art Urlaub, der den Komfort eines Hotelzimmers mit der Nähe zur Wildnis verbindet) eingerichtet. Außerdem ist eine Modernisierung des Museums für die Geschichte des Aralsees geplant.

Den lokalen Beamten wurde die Aufgabe gestellt, in diesem Jahr 500.000 ausländische und 3 Millionen inländische Touristen nach Karakalpakstan zu bringen. Reiseveranstaltern, die aktiv Gäste in die Republik locken, werden zusätzliche Vergünstigungen gewährt.